Wenn der Garten summt: Heimische Pflanzen für mehr Insektenvielfalt

Wenn der Garten summt: Heimische Pflanzen für mehr Insektenvielfalt

 

In Michael Röders Garten ist viel los. Es brummt und summt, Schmetterlinge ziehen von Blüte zu Blüte, und selbst nachts herrscht reges Treiben. „Ich war selbst überrascht, wie groß die Vielfalt an Nachtfaltern ist“, sagt unser Vereinsmitglied, das sich seit Längerem intensiv mit dem Thema befasst. Was bei ihm zu Hause inzwischen selbstverständlich ist, hat er sich bewusst erarbeitet – und genau diese Erfahrung wollten wir am vergangenen Samstag weitergeben.

Beim Gartencenter Tasche am Katharina-Staritz-Weg, mit dem unsere NABU Gruppe seit Jahren zusammenarbeitet, hatten wir dafür wieder einen Infostand aufgebaut. Ein Gartencenter sei für so einen Tag ein idealer Ort, findet Michael – schließlich stehen die passenden Pflanzen hier gleich nebenan. Das Team von Tasche hatte eigens eine Auswahl besonders insektenfreundlicher Arten zusammengestellt.

Warum uns das so wichtig ist, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Ohne Insekten gerät das ökologische Gleichgewicht ins Wanken. Sie bestäuben Pflanzen, zersetzen organisches Material und bilden eine tragende Säule der Nahrungskette. Gerade im Sommer wirkt ihre Zahl mancherorts noch überwältigend – doch der Eindruck täuscht. Studien belegen seit Jahren einen drastischen Rückgang der Artenvielfalt, längst nicht nur in Deutschland.

Die Folgen reichen weit, erklärt Michael: Mit den Insekten geraten auch Vögel, viele Kleinsäuger und unzählige bestäubte Pflanzen unter Druck – und damit am Ende auch unsere Nutzpflanzen. Betroffen ist dabei keineswegs nur die Honigbiene, sondern ebenso Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und zahllose weitere Bestäuber. Handeln müsse man auf mehreren Ebenen: weniger Herbizide und Insektizide, neue Lebens- und Nahrungsräume schaffen und gezielt jene Arten schützen, die in Niedersachsen auf der Roten Liste stehen.

Was jede und jeder konkret tun kann, stand bei uns im Mittelpunkt – denn ein kleines Paradies für Mensch und Natur entsteht schon im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Unser wichtigster Rat: heimische Wildpflanzen statt exotischer Dauerblüher. Geranien und Petunien sehen hübsch aus, bieten Insekten aber kaum Nahrung. Kriechender Günsel, Pfirsichblättrige Glockenblume oder Gewöhnlicher Natternkopf hingegen ziehen Wildbienen und andere Besucher an – und belohnen auch uns Menschen mit kräftigen Düften und leuchtenden Farben.

Wer mag, kann diesen Gedanken konsequent weiterdenken, bis hinein in die Nacht: Auch Nachtfalter brauchen Nahrung, und sie wiederum stehen auf dem Speiseplan von Fledermäusen. Ein lebendiger Garten wirkt eben rund um die Uhr.

Schauen Sie gern an unserem nächsten Infostand vorbei – oder werden Sie Teil unserer NABU Gruppe. Gemeinsam können wir Diepholz ein Stück artenreicher machen.

Über unsere Aktion berichtete auch das Diepholzer Kreisblatt. Den Artikel finden Sie hier.

Foto: © Michael H. Dümer (Mediengruppe Kreiszeitung)